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Ein echter Dialog

So klingt antonia.

Martin arbeitet in einem eigentümergeführten KMU mit zehn Mitarbeitenden. Als Vorbereitung auf einen Team-Workshop hat antonia mit ihm über Zusammenarbeit, Führung und Arbeitslast gesprochen. Hier ist das Gespräch — vollständig, nicht auf die besten Momente gekürzt.

Workshop-Vorbereitung Schriftlicher Dialog, per Du — beides wählt jede:r Teilnehmer:in selbst Lesezeit ca. 10 Minuten
antonia

Hallo Martin — schön, dass Du da bist.

Ich bin Antonia, eine KI-Assistentin. Damit das von Anfang an klar ist: Du sprichst nicht mit einem Menschen. Ich merke mir, was Du im Laufe dieses Gesprächs schreibst — Du kannst also auch pausieren und später weitermachen, ohne dass etwas verloren geht. Deine Eingaben werden ausschließlich innerhalb der EU verarbeitet, und am Ende entsteht ein Protokoll, das sowohl Du als auch Thomas Halwax erhält. Wenn Du mehr darüber wissen möchtest, wie mit Deinen Daten umgegangen wird, findest Du das in der Datenschutzerklärung. Die Teilnahme hier ist freiwillig — wenn Du irgendwann nicht mehr weitermachen möchtest, ist das völlig in Ordnung.

Dieses Gespräch dient als Vorbereitung auf den bevorstehenden Workshop mit Thomas Halwax. Was Du mir erzählst, bleibt vertraulich bei ihm — im Workshop selbst tauchen keine persönlichen Aussagen auf, nur Muster und Themen, nichts wird auf Dich zurückgeführt.

Eine erste Frage, um anzufangen: Wenn Du an Dein Team denkst — was läuft gerade gut in der Zusammenarbeit?

Martin

Hallo Antonia

danke für die Einladung
ich starte mal mit dem Dialog > kann sein, dass ich später kurz unterbrechen muss

Hmm, was läuft gut in meinem Team ?
die Chemie der Teammitglieder untereinander (wir sind 10 Personen in einem eigentümergeführten KMU) passt gerade sehr gut ... wir hatten einige Personalwechsel in den vergangenen Jahren - das war mühsam ... aber jetzt haben wir wie es scheint wieder eine stabile Teamzusammensetzung gefunden

auch die investierte Zeit in Einschulung / Weiterbildung sowie Organisationsentwicklung / Prozessentwicklung macht sich bezahlt ... den üblichen Arbeitsalltag bekommen wir nun deutlich besser hin als in der Vergangenheit ... es weiß im Prinzip jeder, wo seine "Spielposition" ist und was zu tun ist - insbesondere auch wenn wir gerade viel Kundenandrang haben

antonia

Was Du beschreibst, klingt nach einer echten Entwicklung — nicht einfach so passiert, sondern erarbeitet. Stabile Teamzusammensetzung nach turbulenten Jahren, klare Rollen, und das Ganze hält auch dann, wenn viel los ist. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Was hat aus Deiner Sicht am meisten dazu beigetragen, dass das Team jetzt dort ist, wo es ist?

Erst würdigen, dann fragen: antonia fasst zusammen, was sie gehört hat — und stellt genau eine Frage. Keine Frageliste, kein Abhaken.
Martin

ein Stück weit die (schmerzhafte) Erkenntnis, was wir bei Mitarbeitern - welche uns verlassen hatten - falsch gemacht hatten ... keine Fehler im klassischen Sinn, auch keine zwischenmenschlichen Probleme ... sondern eher ein Mangel an klarer Kommunikation (Abklärung Erwartungshaltung und Regeln, Rollenverteilung, Grenzen) ... liegt nicht im Naturell unseres Führungsteams - aber das bekommen wir nun schon deutlich besser hin

und auch der klare Plan / Bedarf ... uns für die strategische Weiterentwicklung aus einem gewissen "Schlendrian" (entsteht in einem kleinen KMU über den Lauf der Jahre) aktiv und mit Anstrengungen / Mehreinsatz herausarbeiten zu müssen ...

antonia

Das klingt nach einem echten Lernprozess — und einer, der offensichtlich gewirkt hat.

Mich interessiert noch eine Nuance: Du sagst, klare Kommunikation liegt nicht im Naturell Eures Führungsteams — aber Ihr bekommt es nun besser hin. Was hat sich da konkret verändert? Macht Ihr das anders, oder fühlt es sich inzwischen anders an — oder beides?

Bezug statt Floskel: Die Nachfrage greift Martins eigene Formulierung auf — „liegt nicht im Naturell“ — und öffnet damit die entscheidende Vertiefung.
Martin

meine beiden Chefs pflegen seit der Betriebsübergabe durch ihren Vater (vor gut zehn Jahren) im Gegensatz zu dem seinerzeitigen patriarchalen Führungsstil eher den jovial-kooperativen Ansatz

mit dem positiven Nebeneffekt, dass das bestehende Team (fünf langjährige MitarbeiterInnen) befreiter an der Erreichung der Ziele arbeitet ... offene Kommunikation und eine nicht mehr so negativ geprägte "Fehlersuchkultur" haben uns da ganz schön weiter gebracht - sprich es trauen sich alle mehr zu (bei der Suche nach Kundenlösungen, Verkauf und Einkauf, Organisation unseres Betriebsalltags)

und mit dem leider auch negativen Nebeneffekt, dass wir zwischenzeitlich Teammitglieder hatten, welche diesen jovialen Umgang und die flache Hierarchie nur zu ihren eigenen (unloyalen) Gunsten interpretiert und gelebt hatten

die mehrfachen Personalwechsel waren wie bereits geschildert sehr aufwendig (langes Recruiting mit wenigen geeigneten Bewerbern, Onboarding und Einschulungsphase / Mentoring) ... weswegen die Erkenntnis gereift ist, punktuell klarer zu kommunizieren
das machen wir anders > Erwartungshaltung, Aufgabenverteilung, Grenzen
und es fühlt sich auch deutlich besser an (ich denke nicht nur für die Geschäftsleitung sondern am Ende auch für die MitarbeiterInnen selbst)

antonia

Das ist ein interessantes Spannungsfeld, das Du da beschreibst — der joviale Stil hat echte Stärken freigesetzt, aber auch eine Lücke gelassen, die manche ausgenutzt haben. Und die Antwort darauf war nicht, den Stil aufzugeben, sondern ihn zu schärfen. Das klingt nach einer bewussten Entscheidung.

Eine Frage dazu: Wenn Du an die fünf langjährigen Mitarbeiterinnen denkst — wie glaubst Du, erleben die diese Entwicklung? Merken die den Unterschied auch?

Martin

jedenfalls ... erstens, weil sie die beiden Chefs teilweise schon seit langer Zeit (> 20 Jahre) als Juniors im Betrieb kennen ... ich denke, die (mich eingeschlossen) arbeiten einfach gerne für die beiden - insbesondere seitdem die beiden den Betrieb offiziell übernommen hatten und schrittweise begonnen haben, die Kultur zu verändern

und außerdem merken sie den Unterschied, weil nicht mehr (aus Mangel an Klarheit) augenscheinlich mit zweierlei Maß gemessen wird ... alle sind gleichwertig Teil des Erfolgs und wenn es dazwischen (was bei uns oft der Fall ist) recht stressig zugeht, sind nun alle mit (fast) gleichem Hands-on-Einsatz mit dabei

das macht unser Zusammenspiel automatisch auch "flüssiger" ... unser Ziel ist es am Ende wie ein gutes Uhrwerk zu funktionieren, und die begrenzten Ressourcen nicht für Fehlersuche und Sand im Getriebe zu verschwenden

antonia

„Wie ein gutes Uhrwerk" — das ist ein schönes Bild. Und ich höre, dass da wirklich etwas entstanden ist, das sich trägt.

Du hast jetzt viel über das erzählt, was gut läuft — und das klingt fundiert, nicht schöngeredet. Lass mich jetzt die andere Seite fragen: Was läuft derzeit weniger gut in der Zusammenarbeit? Wo hakt es noch, oder wo spürst Du, dass noch Luft nach oben ist?

Roter Faden: antonia benennt den Wechsel zur anderen Seite des Themas, statt unvermittelt zu springen. Das Gespräch bleibt geführt, ohne starr zu sein.
Martin

stimmt, die verbesserte Zusammenarbeit ist erfreulich

wo hakt es ? am ehesten an der Verteilung des Workloads
das ist leider auch gar nicht so leicht zu lösen ... da kleines Team, Kompetenzen eher ungleich verteilt ... für die Standard-Betriebsabläufe (Einkauf / Lagerlogistik / Verkauf und Kundenberatung vor Ort "Level Standard" / Versand) läuft es recht rund

jedoch bei allem, wo es komplizierter wird - also alle technisch, rechtlich herausfordernden Kundenanfragen und Lieferantenkontakte, Prozesse und Aufgaben der Betriebsführung selbst (Rechnungswesen und Steuern, zahlreiche Compliance- und Meldeverpflichtungen, HR und IT etc.) laufen am Ende bei einem sehr engen Nadelöhr an Personen zusammen (2x GF plus 1-2 Kolleginnen plus ich selbst)

Ziel sollte es daher sein > weitere wertschöpfende Tätigkeiten so zu standardisieren (Optimierung Stammdaten und Artikelinformation in unseren Systemen) und auch zu automatisieren / digitalisieren ... damit der produktive Part der Geschäftstätigkeit auf mehreren Schultern getragen werden kann

darauf bauen unsere eigenen nächsten Projekte auf

  • neue mehrsprachige Website, evtl. mit integrierten Chatbot- und AI-Lösungen (Hilfestellung an Kunden, v. a. B2C)
  • Schnittstelle zum Webshop
  • ... tbd
antonia

Das Bild vom Nadelöhr trifft es gut — und ich verstehe, warum das zermürbend sein kann, auch wenn die Zusammenarbeit sonst funktioniert. Wenn immer dieselben Personen die komplexen Themen auffangen, zahlen die irgendwann einen Preis dafür.

Wie ist das für Dich persönlich gerade — bist Du selbst einer von denen, die oft an diesem Nadelöhr stehen?

Martin

Bingo ... sonst könnte ich es vermutlich nicht so gut beschreiben ;-)
also konkret ich gemeinsam mit meinen beiden Chefs - die aber in ihrer Rolle als GF in einem (erweiterten) Familienbetrieb auch zahlreiche weitere Hüte aufhaben

wir sind halt unschlüssig wie der richtige Weg aussehen könnte (?) ... manche der Tätigkeiten rechtfertigen es, in größeren Unternehmen eine eigene Abteilung / Stabsstelle einzusetzen (v. a. IT wird immer aufwendiger, auch die Verpflichtungen in Sachen Rechnungswesen und Berichtswesen) ... wir sind aber nach wie vor von der Idee beseelt, dass wir es als kleines Team weiterhin gut schaffen können

die Kleinheit und Effizienz machen uns am Ende ja auch schlagkräftiger (wesentlicher USP im Vergleich zum Mitbewerb)

antonia

Ja, das höre ich — und das ist eine echte Spannung, keine einfache. Klein bleiben als Stärke, aber gleichzeitig die Komplexität wächst und landet bei immer denselben Schultern.

Was bedeutet das konkret für Deinen Alltag gerade? Wie spürst Du das?

Martin

tja, viel Workload und manchmal ein bisschen "vorauseilende Erschöpfung" bei dem Gedanken an die nächsten großen Entwicklungsschritte ... aber da wir bei uns intern gut und offen darüber sprechen können und wir durch unsere Unabhängigkeit unsere eigenen strategischen Ziele auch selbst definieren und vorantreiben können ... wird das schon wieder "irgendwie" gut gehen

außerdem haben wir in den letzten Monaten viel Zeit in unsere Eigen-Dokumentation gesteckt > das QM-Handbuch (ISO 9001) wurde zu einem umfassenden Organisationshandbuch umgebaut ... unser Netzwerk sieht mittlerweile dank einfach gestalteter Orientierungsdokumente / Landkarten ein bisschen wie ein Firmen-Wiki aus

das soll uns - im Sinne einer Notfall- und Risikovorsorge - vor plötzlichen neuen Krisen (ähnlich Covid) und Personalausfällen schützen

antonia

„Vorauseilende Erschöpfung" — das ist ein sehr präzises Bild. Nicht erschöpft von dem, was ist, sondern von dem, was noch kommt. Das kenne ich als Muster bei Menschen, die viel tragen und gleichzeitig weit vorausdenken.

Und gleichzeitig höre ich, dass Ihr aktiv gegensteuert — das Wiki, die Dokumentation, das ist ja genau eine Antwort auf dieses Risiko. Aber ich frage mich: Wer kümmert sich eigentlich darum, dass Du nicht an diesem Nadelöhr festhängst? Gibt es dafür irgendetwas — intern oder extern?

Vom Team zur Person: Aus der Organisationsfrage wird eine persönliche. Hier wird aus dem Interview das, was Martin am Ende „eine gut moderierte Selbstreflexion“ nennt.
Martin

solange ich weiterhin "vorgebe", dass das schon alles irgendwie weiter funktionieren wird ... hindert mich leider niemand am Festhängen, tja

lediglich meine offene Kommunikation gegenüber der GF und unserem Kernteam (Hinweisen auf Probleme und Risiken, laufendes Fortführen unserer TODO-Listen und Projekte) lässt mich sicher fühlen, dass ich da nicht alleine festhänge

antonia

Das klingt ehrlich — und ein bisschen wie eine Falle, die Du selbst beschreibst. Solange Du nach außen signalisierst, dass es läuft, greift niemand ein. Und gleichzeitig ist die offene Kommunikation das, was Dich davon abhält, das Gefühl zu haben, alleine damit zu sein.

Magst Du mir noch etwas sagen: Wenn Du Dir für den Workshop etwas wünschen dürftest — was sollte danach für Dich persönlich anders sein, oder zumindest ein Stück klarer?

Martin

von einem solchen Workshop würde ich mir in erster Linie einen offenen Austausch mit Personen in ähnlichen Rollen wünschen - ich denke das kann erhellend und hilfreich sein ... ich nehme sozusagen alle Inputs gerne an, die mich in meinem System weiterbringen

antonia

Der Wunsch nach echtem Austausch mit Menschen in ähnlichen Rollen — das macht Sinn. Gerade wenn man oft derjenige ist, der die Übersicht hält und die Komplexität trägt, kann es sehr viel bringen, zu hören wie andere damit umgehen.

Bevor wir schließen: Gibt es noch etwas, das Du mir mitgeben möchtest — etwas, das im Gespräch vielleicht nicht ganz Platz gefunden hat?

Martin

aus jetziger Sicht nicht ... das Gespräch mit dir hat mich (überraschenderweise) zu einer gut moderierten / geführten Selbstreflexion geführt ... damit hatte ich im Vorhinein eigentlich gar nicht gerechnet

antonia

Das freut mich — und es ist letztlich Dein Verdienst, nicht meins. Du hast offen und präzise reflektiert, das lässt sich nicht erzwingen.

Ich möchte Dir noch anbieten: Wenn Du Thomas direkt etwas mitgeben möchtest, eine Frage, einen Wunsch, etwas Offenes — dann kannst Du das hier hinterlassen. Der genaue Wortlaut kommt ungefiltert bei Thomas an, so wie Du es schreibst. Völlig freiwillig, kein Muss.

Martin

OK, mache ich sehr gerne ;-)

Lieber Thomas, das Gespräch mit Antonia hat sich fast wie ein echtes Coaching-Gespräch angefühlt ... besonders das gute Eingehen auf meine individuellen Antworten hat mich beeindruckt

ich freue mich auf den Workshop !

antonia

Schön — das kommt genau so bei Thomas an.
Danke, Martin — für Deine Offenheit und die Präzision, mit der Du reflektiert hast. Das war ein wirklich gutes Gespräch.

Alles Gute für Dich und das Team — und viel Freude beim Workshop.

Noch ein echtes Gespräch: ein Transferdialog nach einem Positive-Leadership-Training →

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